FDP Aargau anerkennt Handlungsbedarf beim Lohnsystem der Lehrpersonen – Umsetzungsmöglichkeiten müssen im Parlament vertieft geprüft werden

Die FDP.Die Liberalen Aargau geht mit dem Regierungsrat einig, dass bei den Löhnen für die Lehrpersonen im Kanton Aargau Anpassungen angezeigt sind. Die Anhörungsvorlage ist hierfür eine geeignete Diskussionsbasis. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise bzw. deren heute nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen erwartet die FDP Aargau vom Regierungsrat zugleich eine Gesamtbeurteilung der finanziellen Auswirkungen auf sämtliche Aufgabenbereiche und Projekte. Erst dann wird der Handlungsspielraum für die anstehenden Vorhaben ersichtlich. Zudem sind Priorisierungen innerhalb des Projektes unumgänglich.       

Die unterschiedlichen Lohnspektren zwischen Verwaltung und Lehrpersonen veranschaulichen deutlich, dass deren Vergleichbarkeit schwer zu bewerkstelligen ist. Die Wichtigkeit der Parallelität ist in der Anhörungsvorlage zwar hervorgehoben, jedoch nicht vollzogen. Faktoren wie Arbeitsplatzsicherheit oder garantierte Lohnentwicklung sind – im Gegensatz zum Lehrerberuf – weder in der Verwaltung noch in der Privatwirtschaft anzutreffen. Der Entwurf enthält gute Ansätze wie die verstärkte Berücksichtigung der Berufserfahrung im Vergleich zum Lebensalter oder den steileren Anstieg der Lohnkurve zu Beginn und das Abflachen gegen Ende einer Lehrer/innen-Laufbahn. Damit wird die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Kantonen gestärkt.

Vertieft zu prüfen gilt es, auf welche Art wichtige Komponenten wie «Sozialkompetenz» oder «Umsetzung von Zielvereinbarungen aus Mitarbeitergespräch» lohnrelevant ins System fliessen können. Hierfür müssen die «berufsrelevanten» Tätigkeiten verbindlich und abschliessend definiert werden. Eine Weltreise etwa, wie im Anhörungsbericht als Beispiel aufgeführt, darf nicht ernsthaft als berufsrelevante Erfahrung gelten. Die berufsrelevante Erfahrung, muss zwingend eine Relevanz und einen Bezug zum Beruf aufweisen.

Grossrätin Sabina Freiermuth, Fraktionspräsidentin und Mitglied der Kommission BKS:
«Die Attraktivität des Lehrberufs hängt auch – aber nicht nur – vom Lohnsystem ab. Ebenso dazu gehören andere Anstellungsbedingungen wie beispielsweise die zunehmende Zerstückelung der Pensen und die hohe Kadenz an Reformen. Auch in diesen Bereichen sind Überlegungen anzustellen, wie die Berufsattraktivität wieder gesteigert werden kann.»

Grossrat Gabriel Lüthy, Leiter Ressort Finanzen und Ressourcen:
«Die Corona-Krise prägt die politische Diskussion derzeit in sehr starkem Ausmass. Verlässliche Prognosen sind kaum möglich, ausser dass grosse strukturelle und finanzielle Herausforderungen auf den Kanton zukommen. Die FDP erwartet vom Regierungsrat, dass er dem Grossen Rat eine den dannzumal bekannten finanziellen Möglichkeiten des Kantons angepasste Vorlage unterbreitet.»

Grossrat Lukas Pfisterer, Parteipräsident:
«Die FDP fordert das Departement BKS auf, aufgrund der besonderen Situation Priorisierungen vorzunehmen. Insbesondere ist aufzuzeigen, bei welchen Funktionen der Handlungsbedarf am dringendsten ist. Unter den gegebenen Umständen ist die Einführung in mehreren Schritten zu prüfen.»

 

Für weitere Auskünfte:
Sabina Freiermuth, Grossrätin, Fraktionspräsidentin, Tel. 079 333 51 78
Gabriel Lüthy, Grossrat, Ressortleiter Finanzen und Ressourcen, Tel. 079 823 05 42
Lukas Pfisterer, Grossrat, Parteipräsident, Tel. 076 468 49 91